Aktuelles Heft
„No Deal“ zu weiteren Eingriffen in Bewirtschaftung und Eigentumsrechten
Das 2024 knapp verabschiedete Nature Restauration Law ist stark umstritten, nicht wegen seines Ziels des Biodiversitätsschutzes, sondern wegen seiner konkreten Umsetzung und der ambitionierten Vorgaben für Wälder und Lebensräume. Kritisiert werden vor allem fehlende Finanzierung, wachsende Bürokratie, Rechtsunsicherheit sowie Eingriffe in Eigentum und Forstwirtschaft ohne ausreichende Berücksichtigung des Klimawandels. Gefordert wird ein Neustart mit realistischen Zielen, freiwilligen Maßnahmen und stärkerer Einbindung der Betroffenen, um resiliente Wälder zukunftsorientiert zu sichern.
Die Ungarische oder Balkan-Eiche
Der Klimawandel macht einen aktiven Waldumbau notwendig, wobei neben heimischen trockenheitstoleranten Arten auch nicht-heimische Baumarten im Sinne einer „unterstützten Wanderung“ geprüft werden sollten. Als mögliche Alternative wird die Ungarische Eiche vorgestellt, eine wärme- und trockenheitsangepasste Art aus Südosteuropa mit breiter Standorttoleranz und guter Frosthärte. Aufgrund positiver Erfahrungen in Parks und Versuchsanbauten könnte sie künftig in Mischbeständen und auf Schadflächen eine ergänzende Rolle im klimastabilen Wald spielen.
Wälder und Holzprodukte als CO₂-Speicher
Wälder können durch Kohlenstoffspeicherung im Wald und in Holzprodukten zum Klimaschutz beitragen, stoßen jedoch angesichts von Klimawandel, Störungen und Nutzungskonflikten an natürliche Grenzen. Entscheidend sind eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung, klimastabile Mischwälder sowie die Substitution klimaschädlicher Materialien durch Holz. Klimaziele und CO₂-Zertifikate im Forstbereich sind nur sinnvoll, wenn sie realistische Vorgaben machen und tatsächlich zusätzliche Kohlenstoffbindung bewirken.
Frage & Antwort
Die Leseranfragen, wie Sie die Bestandsstabilität erhöhen können und ob Sie Borkenkäferholz im Wald lagern dürfen, wird in der Rubrik „Frage & Antwort“ beantwortet.
Waldwirtschaftspläne - praktische Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftung
Der Waldwirtschaftsplan ist ein zentrales Instrument, um Waldbestände systematisch zu erfassen, Ziele festzulegen und Maßnahmen für eine nachhaltige, planbare Bewirtschaftung über mehrere Jahre zu organisieren. Er schafft Transparenz, erleichtert besonders im Klein- und Privatwald Entscheidungen und hilft, Erträge sowie Stabilität unter Herausforderungen wie Klimawandel oder Schadereignissen zu sichern. Zunehmend wird die Forsteinrichtung digitaler und dynamischer, sodass aktuelle Bestandsdaten, Klimarisiken und neue Technologien in eine vorausschauende Planung einfließen.
Innovative Bohrerschabole „Drillmaster“
Die HAFO GmbH stellt mit der „Drillmaster“-Bohrerschablone ein präzises und einfach anzuwendendes Werkzeug zur schnellen Bestimmung von Bohrerdurchmessern vor, das über ein konisches Schlitzsystem funktioniert. Gefertigt aus rostfreiem Edelstahl, ist sie robust, langlebig und für den anspruchsvollen Einsatz in Werkstatt, Handwerk und Industrie geeignet. Mit intuitiver Handhabung, hoher Messgenauigkeit und einem Preis unter 20 Euro netto bietet sie eine praktische und kostengünstige Lösung für Profis und Heimwerker.
Zaun oder Einzelschutz?
Die Wahl zwischen Zaun und Einzelschutz hängt von Flächengröße, Wilddruck, Baumarten und Budget ab. Ein Zaun bietet flächigen und oft langfristig wirtschaftlichen Schutz, verursacht jedoch hohe Anfangs- sowie laufende Kosten und greift ins Landschaftsbild ein. Einzelschutz ist bei kleinen Pflanzzahlen flexibler und zunächst günstiger, kann aber durch Folgekosten und Risiken für ungeschützte Pflanzen wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen.
EUDR kommt später und wird vereinfacht
Ende letzten Jahres wurden in der EU Vereinfachungen bei der Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten beschlossen. Damit war der jahrelange politische Einsatz erfolgreich.
Nun gilt es, bei der Umsetzung der Verordnung vor allem für den Kleinwaldbesitz weitere praxisnahe Lösungen zu erreichen. Mehr darüber im Beitrag auf der Seite 18 dieses Heftes.
Für die Jagdrechtsinhaber in Bayern: Bauernverband und Waldbesitzerverband erarbeiten gemeinsam neues Vertragswerk zur Jagdverpachtung. Im Beitrag auf Seite 19 dieser Ausgabe stehen die wichtigsten Inhalte dieses Vertrages.
Der neue Musterpachtvertrag steht ab sofort auf den Internetseiten des Bayerischen Bauernverbandes und des Bayerischen Waldbesitzerverbandes zum kostenlosen Download bereit.
Holzeinschlag vor derZeit?
Viele Waldbesitzer verschieben Holzeinschläge aus Sorge, es fehle noch an Naturverjüngung, riskieren damit jedoch Stabilitäts- und Wertverluste in noch nicht hiebreifen Beständen. In der Aufbauphase steht die Pflege und gezielte Förderung stabiler, vitaler Altbäume im Vordergrund, während Verjüngung erst in einer späteren Bewirtschaftungsphase zentral wird. Konsequente Durchforstungen unabhängig von vorhandener Naturverjüngung sichern Zuwachs, Stabilität und schaffen langfristig bessere Voraussetzungen für eine erfolgreiche nächste Waldgeneration.
Gezielte Erschließung schont Waldboden und den Waldbestand
Die Feinerschließung mit Pflegepfaden, Rückegassen und Rückewegen dient einer bodenschonenden und effizienten Waldbewirtschaftung, wobei alle Elemente aufeinander abgestimmt und langfristig geplant sein sollen. Rückegassen bilden im befahrbaren Gelände den Grundbaustein mit meist 30 Metern Abstand, um Bodenverdichtung zu begrenzen und gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten zu können, während Rückewege vor allem in steilen Hanglagen notwendig sind. Eine fachgerechte Anlage unter Berücksichtigung von Neigung, Wasserableitung und Standards wie PEFC sichert dauerhafte Befahrbarkeit, Stabilität und Schutz des Waldbestandes.
SVLFG-Sicherheitstipps
Die SVLFG-Sicherheitsberater haben wieder einige wichtige praktische Tipps für Sie zusammengestellt. Z.B. was Sie beim Seilwindenanbau am Schlepper beachten müssen, damit Sie nicht eingequetscht werden und warum schwaches Totholz zum tödlichen Risiko werden kann. Außerdem gibt es Hinweise, was Sie bei der Kontrolle von Schneebruch im Wald beachten müssen.
Sichere Fällung absterbender Laubbäume
Durch Trockenheit, Pilzbefall und Schädlinge nehmen geschädigte und absterbende Bäume deutlich zu, wobei insbesondere dürre Laubbäume bei der motormanuellen Fällung ein hohes Unfallrisiko darstellen. Vor jeder Maßnahme ist eine sorgfältige Baumbeurteilung notwendig, und die Fällung sollte nach dem „TOP“-Prinzip möglichst mit technischen Hilfsmitteln wie Harvester oder seilwindenunterstützter Technik erfolgen, um Gefahren zu minimieren. Zudem ist zu prüfen, ob eine Fällung aus Sicherheitsgründen erforderlich ist oder der Baum als ökologisch wertvoller Biotopbaum im Bestand verbleiben kann.
Was muss eine Hilfswinde können?
In der Forstwirtschaft werden zunehmend leistungsstärkere Seilwinden eingesetzt, auch auf kleineren Betrieben. Höhere Zugkräfte erlauben größere Fuhren und bessere Rückeleistung, erfordern aber stärker dimensionierte Seile und Komponenten. Hilfswinden erleichtern das Ausziehen schwerer Seile, sollten ergonomisch angebracht sein und Schutzabdeckungen besitzen, um die Sicherheit zu erhöhen. Eine einstellbare Seilgeschwindigkeit, geeignete Endverbindungen und durchdachte Bedienpositionen tragen wesentlich dazu bei, Gefahren zu minimieren und die Rückearbeit effizient und sicher durchzuführen.
Bis bald im Wald - auch im Winter
Jetzt ist die Zeit, um Vorräte aus dem Tiefkühlfach zu verwerten und für die nächste Saison Platz zu schaffen. Lebensmittel aus dem Wald bieten eine besondere Nährstoffvielfalt und eignen sich hervorragend für schmackhafte, saisonale Gerichte.


